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Andorra World Cup Recap

Wir wussten schon, dass wir es in Andorra mit einem ganz neuen Track zu tun haben würden. Auf der Strecke war nur ein paar Wochen vorher der Catalan Cup abgehalten worden und wir hatten unsere Hausaufgaben so gut wie möglich erledigt: Das Material der Head-Cams war ausgewertet und wir hatten so viele Teilnehmer wie möglich ausgequetscht, um herauszufinden, was wir zu erwarten hatten und wie wir die Bikes am besten einstellen konnten.

KJ verbrachte die Zeit zwischen den beiden Rennen in Champéry und genoss die Möglichkeit, mal außerhalb von Flatterbändern zu fahren. Wir konnten die Gelegenheit nutzen, um ihr Bike komplett zu überholen und alle Lager im Rahmen auf Vordermann zu bringen. Das hatten wir bei allen anderen Team-Bikes schon vor Leogang gemacht.

KJ geht mit ihrem Bike sehr viel sanfter um als die Jungs. Nicht weil sie nicht extrem hart fahren würde – nope, daran kann es wirklich nicht liegen. Aber sie scheint einfach Finesse zu verströmen, wo sie geht und steht. Nichtsdestotrotz war es gut, mal kurz in die Tiefen ihres Bikes abzutauchen und nachzuschauen, was die latente Misshandlung, die zwangsläufig mit einer Rennsaison einhergeht, mit ihm angestellt hat. Alles in allem hätte sie zwar problemlos mit den gleichen Kugellagern weiterfahren können. Aber weil Bikes für Rennen am besten im Topzustand sind, haben wir das gute Stück einmal komplett auseinandergebaut, uns die Hände dreckig gemacht, die Lager getauscht und einmal die Luxusbehandlung durchgeführt. Jetzt war es bereit für den andorranischen Staub.

Da weder KJ noch Douglas die Strecke schon jemals gefahren waren, wiederholten wir den Prozess vom letzten Rennen bei der Streckenbegehung. Diesmal nur mit etwas mehr Zeit und Genauigkeit, um den Trail auszukundschaften und die besten Lines zu finden. Manchmal bieten Trails einem unterschiedlichste Lines zur Auswahl an und manchmal scheinen sie nur eine einzige logische Option zu liefern. Andorras neue Strecke gehörte eher in die letzte Kategorie, aber die Geschwindigkeit auf einer dieser Lines war ziemlich extrem. Außerdem befand sich der Abschnitt schon jetzt unter knapp 10 Zentimetern Staub – und das, bevor überhaupt die Trainings-Runs angefangen hatten.

Unser Bike-Setup hatte sich von Leogang über Lenzerheide bis Andorra kaum geändert. Oftmals braucht man von Rennen zu Rennen gar keine grundlegenden Änderungen. Es geht mehr um die Vielzahl von gezielten, subtilen Feinjustierungen, die einem den notwendigen Vorteil bringen und dadurch einen immensen Unterschied ausmachen können. Darauf haben wir uns bei unseren Downhill-Bikes konzentriert: Wir wollten ein Bike haben, das von sich aus eine solide Basis liefert, und das man mit minimalen Anpassungen in jede Richtung tweaken kann. Dadurch hat man die ganze Zeit durch diese Vertrautheit mit seinem Bike, aber man kann eben trotzdem Anpassungen vornehmen, die sich nach den Anforderung des aktuellen Racetracks, den Bedingungen vor Ort und der mentalen Verfassung der Fahrerin oder des Fahrers richten.

Während Lenzerheide morgens noch ein wenig frisch daherkam, war Andorra temperaturtechnisch schon gut vorgewärmt. Die Trainingsrunden waren für KJ und Douglas zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. KJ hat sie geliebt, sprang geradezu hin und her und feierte ihre Zeit auf dem Bike. Sie hakte die unterschiedlichen Features in den Trainingssrunden deutlich schneller ab – und diesee Strecke hielt einige große Sprünge und Drops bereit.

Douglas allerdings bekam erst mal Stielaugen. Es war eine schnelle Strecke und damit etwas, an das sich die meisten Fahrer aus dem Vereinigten Königreich erst gewöhnen mussten – und zwar schnell. Es gibt nicht viele Stellen in Großbritannien, wo man mit dem Bike 60 km/h erreicht, und erst recht nicht einige Minuten lang. Ganz zu schweigen davon, dass wir in Großbritannien natürlich auch keinen Staub gewöhnt sind. Denn der sorgte für zusätzliche Probleme: Ein Bike wirbelt in der Geschwindigkeit natürlich einiges an Staub auf und das schränkt die Sicht ein. Aber Douglas ließ sich von all diesen Widrigkeiten nicht beirren und obwohl er sagte, er fühle sich nicht sonderlich erfolgreich in seinem Unterfangen – jeder, der ihn auf der Strecke gesehen hatte, erzählte das Gegenteil.

Einen Wimpernschlag später war es schon wieder Zeit für die Qualifikation, und Mann, war ich froh, ein E-Bike zu haben. Angesichts der chaotischen Planung mussten die Fahrer den Bergpass nämlich hinaufpedalieren, um zum Lift zu kommen. Sie jeden Morgen hinaufzuziehen half ihnen dabei, zumindest ein bisschen frischer und mit ein paar Tropfen weniger Schweiß an den Start zu gehen, während die Sonne sich mal wieder verausgabte. Wir dachten ja, wir hätten in Lenzerheide schon Erfahrung mit dieser Art von Wetter gemacht. Aber in dieser extremen Hitze mussten wir den Tag über nicht nur den Luftdruckim Auge haben, sondern auch den Dämpfer anpassen, weil das Öl in seinem Inneren durch die Hitze etwas dünnflüssiger wurde.

Douglas wärmte sich auf – sowohl mental als auch physisch – und alles schien sich nahtlos und natürlich zu ergeben. Unser Plan war, dass er sofort Vollgas geben würde, um nicht zu langsam im ersten Split anzukommen. Und der Plan ging erst mal auf: Er war als Fünfter an dieser Schlüsselstelle. Auch danach ging es gut weiter – bis es das dann nicht mehr tat. Reifenpanne auf halber Strecke. Damit waren seine Chancen dahin, sich zu qualifizieren. Er steckte es weg wie ein Champion und konzentrierte sich auf das Positive. Schließlich hatte er bis zu dem Punkt einen wirklich guten Run abgeliefert, und das, obwohl er zu Beginn des Trainings so sehr mit der Geschwindigkeit und dem unberechenbaren andorrischen Staub zu kämpfen hatte. Manche Dinge haben wir in der Hand und manche eben nicht. Douglas akzeptierte mit beachtlicher Ruhe, dass dieses Erlebnis in die zweite Kategorie fiel.

KJ war als Nächstes dran und wollte wieder einen sauberen Run abliefern. Das Training am Vortag lief nicht großartig und noch an diesem Morgen war sie bei der Trainingsrunde auf dieselbe Seite gestürzt wie bei ihrem großen Crash in Lourdes. Das schien den alten Bluterguss zu triggern, jedenfalls schwoll alles an und versuchte, farbentechnisch einer Regenbogenfahne Konkurrenz zu machen. Aber KJ ist verdammt tough und war schon dabei, sich aufzuwärmen, das Ziel immer fest im Blick: Genau wie in Lenzerheide wollte sie einen ruhigen, cleanen Run hinkriegen. Ihre neue Aufwärmroutine war noch mal eine ganze Schippe fordernder und dafür designt, sie nicht nur aufzuwärmen, sondern auch etwas von der nervösen Energie zu verbrennen, die sich vor großen Prüfungsmomenten ungefragt breitmacht.

Sie legte los und lieferte ab: einen konzentrierten, coolen Run ohne jeglichen Sturz. Und obwohl es für die Qualifizierung nicht gereicht hat, hat sie einiges mitgenommen vom Stopp in Andorra. Das alles bringt sie noch ein Stück näher an ihr Ziel, nämlich wirklich zu verstehen, wie Rennen auf Worldcup-Niveau funktionieren und welche Strategien man entwickeln muss, um in dieser Königsklasse Erfolge zu feiern. Sie nahm außerdem einige Hausaufgaben mit, zum Beispiel noch gelassener mit großen Sprüngen umzugehen. Man vergisst viel zu leicht, dass es erst KJs zweites Jahr im Worldcup ist, und einige der Features hier sind die größten, mit denen sie je zu tun hatte. Der Crash in Lourdes spukt ihr noch im Kopf herum und wenn dann noch Zeitdruck dazukommt, kann sie das aus ihrer Komfortzone bringen – selbst wenn sie noch so gut im Training war. Wenn sie mehr Selbstvertrauen in der Luft entwickelt und mehr Zuversicht hat, dass sie die großen Features auch schon im ersten Lauf bezwungen kriegt, dann hat sie in Zukunft auch mehr Zeit, um sich auf die technischen Schlüsselstellen zu konzentrieren.

Andorra war das erste Rennen, bei dem niemand aus unserem Team im Finale landete. Das war ein seltsames Gefühl. Aber es wird nicht nur die Fahrer für die nächsten Rennen anfixen, es motiviert auch uns bei RAAW, noch mehr Ideen fürs Setup zu entwickeln, sich noch mehr ins Thema und die einzelnen Rennen einzufuchsen und noch mehr Mittel und Wege zu finden, wie wir unser Race-Team optimal unterstützen können. Schließlich wollen wir allen die Möglichkeit geben, ihre persönlichen Bestleistungen zu erzielen.

Die Rennen in Andorra und Lenzerheide folgten unmittelbar aufeinander und waren zwei weitere Loopings in der wilden Achterbahn der DH-Rennwelt. Manchmal fühlt es sich nicht an, als hätten wir es hier mit einer Lernkurve zu tun, sondern als würden wir gegen eine Lernwand rennen. Aber dafür sind wir schließlich hier, um zu lernen. Wir haben gesehen, zu was unsere Bikes fähig sind, und waren in Fort William mit Erfolg gesegnet. Und das macht süchtig, jeder Rennfahrer kann das bezeugen – genau deshalb wollen wir da auch wieder hin. Wenn man seine Lieblingsteams und -fahrer Woche um Woche an der Spitze bewundert, blendet man allzu leicht den ständigen Kampf aus, den jede einzelne Person ausfechten muss, die am Worldcup teilnimmt. Aber wenn alle Puzzleteile endlich ineinander greifen, dann ist das ein unvergleichliches Gefühl.

Als Nächstes geht’s in die USA und damit in ein Land, in dem „größer“ automatisch „besser“ bedeutet, und an einen Ort, der die Zuschauer vor Spannung bisher jedes Mal fast vom Hocker gehauen hat, wenn der Worldcup-Zirkus hier vorbeigezogen ist. Wir freuen uns auf die nordamerikanische Rennen und sind gespannt, was sie für das 555 Team bereithält!

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